
Wie kaum ein anderes Kartendeck unserer heutigen Zeit gehören die Lenormandkarten wohl neben dem Tarot zu den populärsten überhaupt.
Entstanden sind die Karten Mitte des 19. Jahrhunderts, vermutlich erst nach dem Tod von Marie Anne Adelaide Le Normand, die bekannter unter dem Namen Mlle. Lenormand ist. Mademoiselle Lenormand (geb. 1772) war die erste gesellschaftlich akzeptierte Kartenlegerin. Sie wurde am Hofe Napoleons für ihre treffsicheren Weissagungen vom höchsten Adel hofiert. Durch ihre Beratertätigkeit gelangte sie zu Reichtum und Ruhm, um als die "Sybille von Paris" in die Geschichte einzugehen. Napoleons Sturz, den sie vorhergesagt hatte, brachte ihr allerdings die Verbannung ein.
Das Besondere, im Vergleich zu anderen Wahrsagekarten, sind die Symbole dieser Karten. Nur die zwei Hauptpersonen sind als Menschen dargestellt, alle anderen möglichen Personen eher als Archetypen. Ereignisse und Signifikatoren für bestimmte Bereiche des Lebens geben aufgrund ihrer bildlichen Darstellung viel Raum für Interpretation. Damit ist der Kartenleger nicht von vornherein festgelegt auf "Gut und Böse", sondern kann eine starke Intuition mit seinen eigenen Bildern aus dem Unterbewußtsein entwickeln.
Lenormandkarten kann man normalerweise nicht eben mal schnell auslegen und deuten. Hierfür benötigt man Ruhe und Entspannung, um mit den einfachen Symbolen auf den Karten eine Geschichte lebendig werden zu lassen. Bilder werden im Kopf entstehen, die sowohl vom Verstand als auch vom Gefühl erfaßt werden müssen. Je länger und intensiver man sich mit diesen Karten beschäftigt, wird man feststellen, welch tiefgündige und weit umfassende Aussagekraft hier zu entdecken ist.
Die Karten könne sehr hilfreich sein, wenn wir Entscheidungshilfe brauchen, bzw. wenn wir uns nicht sicher sind, welche Vorgehensweise die richtige ist, um ein Ziel zu erreichen. Ebenso können wir die Karten fragen, wenn wir am momentanen Stand einer Entwicklung interessiert sind und Einblick in die Zukunftstendenzen haben möchten. ". Karten sind wie ein Ratgeber zur rechten Zeit, aber (!) sie nehmen uns dabei weder unsere Entscheidungen ab, noch stellen sie das Leben als unabänderliches Schicksal fest.
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